Westworld ist
eine US-amerikanische Science-Fiction Serie, die auf dem gleichnamigen Roman
von Michael Crichton basiert und ab Oktober 2016 auf HBO ausgestrahlt wurde.
Handlungsort der
Serie ist die fiktive Welt Westworld,
bei der es sich um einen Vergnügungspark im Stil des ‚Wilden Westens‘ handelt.
Dieser Park ist mit täuschend menschlich wirkenden Robotern besiedelt, den
sogenannten Hosts. Den Besuchern des Parks steht es frei, zu tun, was auch
immer sie wollen. Gewaltverbrechen stehen somit an der Tagesordnung, da die
Gäste sich auch in Sachen Mord, Überfällen, Massenschießerei und Vergewaltigung
frei ausleben. Kaputte Hosts werden repariert und zurück in den Park gebracht.
Innerhalb weniger Folgen wird deutlich, dass sie jedoch über eine sehr hohe
Intelligenz verfügen, die ihnen so einprogrammiert wurde und vielleicht sogar
einen eignen Willen entwickeln könnten.
Oberflächlich
betrachtet gibt Westworld dem
Zuschauer in gewisser Weise ein ähnlich ungutes Gefühl, das auch beim Leser des
Sandmann entstehen kann. Zuweilen
verschwimmen für den Rezipienten von Novelle und Serie Realität und Wahn: Es
ist zunächst nicht immer ganz klar, wann man glauben soll, dass etwas
tatsächlich geschieht und wann man sich in (krankheitsbedingt) konstruierter Wirklichkeit
befindet.
E.T.A. Hoffmanns
Novelle sticht auch durch ihre spezielle Erzählstruktur hervor: In drei Briefen
zu Beginn erfährt man von Nathanaels Kindheitserinnerungen und den Beziehungen
zu seiner Verlobten und deren Bruder Lothar. Im Anschluss wechselt die
Perspektive zwischen einem auktorialen und personalen Erzähler, der zuweilen
die Leserschaft auch direkt anspricht. Ähnlich komplexe Erzählstrukturen finden
sich auch in Westworld, wo ebenfalls
unterschiedliche Erzählerperspektiven verwendet werden und nicht genau klar
ist, wann wer berichtet.
Eine weitere
Parallele ist die bewusste Entscheidung, Identitäten der Personen verschwimmen
zu lassen. Im Sandmann bleibt offen,
ob Coppelius und Coppola nun tatsächlich ein und dieselbe Person sind oder eben
nicht. Auch in Westworld wird das Publikum lange darüber im Dunkeln
gehalten, welche Charaktere vielleicht in unterschiedlichen Handlungssträngen
mehrfach auftauchen, da erst nach und nach deutlich wird, dass die Geschichte
nicht chronologisch erzählt wird.
In Westworld stehen vor allem auch Fragen
hinsichtlich des Verhältnisses Mensch und Maschine sowie technischer Entwicklungen
im Fokus. Diese Motive finden sich auch in der Novelle Der Sandmann. Wie ich auch in dem Text in Bezug auf die Relevanz
der Novelle in der Gegenwart erläutere, sind diese Fragen heutzutage wieder und
weiterhin relevant und befinden sich natürlich auch bereits auf einem ganz
anderen Level.